Motorkontrollleuchte an, aber kein Code gefunden: anstehende Codes, Herstellercodes, nicht gelesenes Steuergerät

Was Sie bemerken

Die orange Leuchte im Armaturenbrett ist an. Sie stecken ein OBD2-Lesegerät ein, oder die Werkstatt schließt ihres an, und das Urteil lautet: keine Codes. Die Leuchte aber ist immer noch da. Das ist kein Widerspruch: Die OBD2-Norm gibt nur Zugriff auf einen Teil dessen, was die Steuergeräte speichern.

Mögliche Ursachen, von der häufigsten bis zur seltensten

1. Es ist nicht die OBD-Motorkontrollleuchte

Die offizielle Motorkontrollleuchte (die „MIL“) zeigt einen Motorblock von der Seite. Sie geht beim Einschalten der Zündung normalerweise für ein paar Sekunden an, als Lampentest, und erlischt beim Starten: Das ist kein Fehler. Andere orange Leuchten sehen ihr ähnlich oder gehen gleichzeitig an: Vorglühen beim Diesel, Service (ein Schraubenschlüssel oder „SERVICE“), „EPC“ bei manchen Marken, Leuchte des Automatikgetriebes, allgemeine Warnleuchte. Mehrere davon werden durch Fehler ausgelöst, die das Standard-Auslesen per OBD2 nicht meldet. Die Betriebsanleitung klärt das in einer Minute.

2. Das Lesegerät hat nur die bestätigten Codes gelesen

Das Steuergerät ordnet seine Codes in drei Gruppen ein:

  • bestätigt: Sie haben die Leuchte eingeschaltet;
  • anstehend: Der Fehler wurde einmal gesehen, aber noch nicht bestätigt;
  • permanent: Sie bleiben gespeichert, selbst nach dem Löschen, bis das Steuergerät selbst überprüft hat, dass der Fehler weg ist.

Viele einfache Lesegeräte fragen nur die erste Gruppe ab. Der typische Fall: Die Leuchte ging an, ging nach einigen Fahrten von selbst wieder aus, und die Werkstatt findet „nichts“. Oft bleibt ein anstehender oder permanenter Code, der die Geschichte erzählt.

3. Herstellercodes außerhalb des Standardformats

Standardcodes (P0…, P2…) und ein Teil der markenspezifischen Codes (P1…) werden beim normalen Auslesen per OBD2 angezeigt. Manche Motorsteuergeräte speichern Fehler aber zusätzlich in einem herstellereigenen Format, das die Standardanfrage nicht liefert. Nur ein Gerät, das das Steuergerät in diesem Format abfragt, findet sie. Ihre Bedeutung wird nicht offiziell veröffentlicht: Eine Werkstatt oder ein Herstellertester muss sie bestätigen.

4. Der Fehler steckt in einem anderen Steuergerät

Das Standard-Auslesen per OBD2 fragt das Motorsteuergerät ab und, je nach Auto, das Getriebesteuergerät. Ein Fehler am Automatikgetriebe, an der Lenkung oder an den Bremsen kann eine orange Leuchte einschalten, die der Motorkontrollleuchte ähnelt, oder mit ihr zusammen auftreten. Das gleiche Problem gibt es bei der ABS- und der ESP-Leuchte: siehe warum ein billiger Adapter die ABS-Codes nicht sieht.

5. Die Kommunikation ist gescheitert, und das Lesegerät hat „keine Codes“ angezeigt

Ein Klon-Adapter, der das Protokoll des Autos nicht unterstützt, oder eine ausgeschaltete Zündung können eine leere Antwort liefern. Manche Lesegeräte zeigen das als „keine Fehlercodes“ an. Im Zweifel siehe ELM327 verbunden, aber das Auto antwortet nicht.

6. Die Leuchte bleibt direkt nach dem Löschen an

Bei manchen Autos geht die Leuchte erst beim nächsten Zündzyklus aus. Und ist der Fehler noch da, taucht er zunächst als anstehender Code wieder auf, bevor er die Leuchte wieder einschaltet.

Was Sie sofort tun können

  1. Bestimmen Sie die Leuchte: Symbol, Farbe, dauerhaft oder blinkend. Blinkt sie, halten Sie so bald wie möglich an.
  2. Lesen Sie alle drei Codegruppen, bei eingeschalteter Zündung: in DiagAuto AI „Fehlercodes lesen“, dann die „Anstehenden Codes“ und die „Permanenten Codes“. Die App unterscheidet „Keine Fehlercodes erkannt“ von „Das Fahrzeug antwortet nicht“: Sie wissen, ob das Auslesen wirklich stattgefunden hat.
  3. Sehen Sie sich die Herstellercodes an: Wenn das Motorsteuergerät sie liefert, zeigt die App sie unter „Herstellercodes im Motorsteuergerät“.
  4. Prüfen Sie den Status der Leuchte aus Sicht des Steuergeräts auf dem Bildschirm Sensoren: „Status der Motorkontrollleuchte (MIL)“ und „Strecke mit leuchtender Warnleuchte“, wenn das Auto sie liefert. Leuchte im Armaturenbrett an, für das Motorsteuergerät aber aus? Dann kommt die Leuchte von einem anderen System.
  5. Scannen Sie die anderen Steuergeräte (Bildschirm Steuergeräte): Die App zeigt, welche Fehler melden und wie viele, und liest ihre Codes bei den kompatiblen Steuergeräten.
  6. Ganz ohne Code verfolgt die „KI-Diagnose mit Überwachung“ einige Minuten lang die Sensoren, und Sie können das Symptom beschreiben (Geräusch, Rauch, Geruch): Die KI schlägt Spuren zum Prüfen vor, keine sichere Diagnose. Siehe die Funktionen der App.

Wann Sie sofort in die Werkstatt sollten

  • Motorkontrollleuchte blinkt oder wird von einer roten Leuchte begleitet (Temperatur, Öldruck, Batterie).
  • Leistungsverlust, Rauch, Brand- oder Kraftstoffgeruch.
  • Leuchte an, kein Code im Motorsteuergerät und kein Steuergerät mit Fehlern gefunden: Eine Werkstatt mit dem Tester des Herstellers kann alle Steuergeräte in ihrem eigenen Format abfragen.

In den anderen Fällen lässt eine dauerhafte Leuchte ohne Symptome Zeit für eine ruhige Suche: siehe auch Motorkontrollleuchte an, aber das Auto fährt normal.

Häufige Fragen

Die Leuchte ist aus und die Werkstatt hat keinen Code gefunden: Ist das Problem weg?

Nicht unbedingt. Die Leuchte geht meist nach einigen Fahrten aus, wenn der Fehler nicht wieder auftritt, aber der Code bleibt oft eine Weile gespeichert, und ein permanenter Code kann bleiben, bis das Steuergerät die Reparatur überprüft hat. Findet das Lesegerät wirklich nichts, notieren Sie, wann die Leuchte angeht und unter welchen Bedingungen.

Kann ein 10-€-Lesegerät einen Code übersehen?

Ja. Manche Lesegeräte lesen nur bestätigte Codes, ignorieren anstehende und permanente Codes oder zeigen „keine Codes“, wenn die Kommunikation gescheitert ist. Ein Lesegerät, das „keine Codes“ klar von „das Fahrzeug antwortet nicht“ unterscheidet, vermeidet diese Verwechslung.